Hyper Hyper

Es ist 10 Jahre her als die Finanzwelt und damit auch die Weltweite Wirtschaft unter Schock standen oder einige nur so taten, als ständen sie unter Schock oder seien überrascht, denn führende Ökonomen Weltweit hatten davor früh genug gewarnt. Es geht um die Finanzkrise, die im September 2008 Ihren Höhepunkt erreichte und deren Auswirkungen heute noch offene Wunden hinterlassen haben. Im Zuge der Finanzkrise von 2008 und der daran anschließenden weltweiten Rezession haben die Zentralbanken der Industrieländer ihre Leitzinsen drastisch gesenkt und die kurzfristigen Zinssätze verharren in der Nähe von null. Die Langfristzinsen bewegen sich risikobereinigt nur wenig darüber. Weltweit ist die Verschuldung auf über 325 Prozent des BIP gestiegen, 50 Prozentpunkte mehr als noch 2007. Angetrieben vom billigen Geld aus den USA und Europa wird überall auf Pump gelebt. China bleibt dabei mit einer Vervierfachung der Verschuldung seit dem Jahr 2000 und einem Anstieg von rund 120 Prozent des BIP auf über 280 Prozent einsamer Spitzenreiter.  Politiker und Notenbanker haben es also geschafft, die weltweite Verschuldungskapazität durch Erhöhen der Anzahl der Schuldner und Senken der Finanzierungskosten nochmals deutlich auszuweiten. Somit haben sie diese Situation ausgiebig für ihre Finanzpolitik bzw. ihren Gewinn genutzt. Damit wurde die Politik, die uns in die Krise von 2008 geführt hat, noch konsequenter fortgesetzt. Wer derzeit durch das schöne Andalusien fährt, sieht einen Teil der Finanzpolitik und die damit verbundenen Auswirkungen mit eigenen Augen. Baukräne überall und soweit das Auge sehen kann ragen hoch in den Himmel. Selbst in den entlegensten Gegenden . „Da werden Erinnerungen wach“, oder nicht ? Finanziert werden die schönen Neubauten durch Kredite der Banken, die aber eigentlich auf Pump leben. Gekauft werden Immobilien ebenfalls durch Kredite. Es scheint, als hätten Regierungen und Banken nichts dazu gelernt oder wollen nichts dazu lernen? Anders als vor zehn Jahren hätten die Notenbanker der Krise diesmal kaum noch etwas entgegenzusetzen. Der Leitzins der Euro-Zone liegt bereits bei null Prozent: Ihn noch weiter zu senken, ist zwar theoretisch möglich. Das hätte allerdings krasse Folgen, etwa die, dass auch Kleinsparer von den Banken mit Minuszinsen bestraft würden. Politisch ist das mehr als heikel. Mit anderen Worten: Eine neue Krise ist möglich, doch es fehlen die Instrumente, um sie zu bekämpfen. Und diesmal kann niemand mehr überrascht tun und sagen, „es habe ihn keiner gewarnt“.  Was könnte also passieren, wenn die Zinsen wieder angehoben würden ? Höhere Zinsen hätten teure Folgen für viele Staaten, insbesondere für die Euro-Südländer. Sie könnten ihre Schulden vermutlich kaum mehr finanzieren. Auch die Immobilienmärkte könnten bei einem Zinsanstieg kollabieren. Auf Haus- und Wohnungsbesitzer kämen extreme Mehrkosten zu. Würden die Zinsen nun auf höhere Niveaus ansteigen, müsste der Haushalt mehr Geld für Tilgungen aufwenden, was für viele untragbar wäre. Ergo wird der Kredit mangels Tilgung gekündigt und man befindet sich gefühlt wieder im Jahr 2008. Ein Ausweg aus diesem Szenario wäre nur in Sicht, wenn sich der wirtschaftliche Aufschwung fortsetzte. Höhere Wachstumsraten ließen die staatlichen Steuereinnahmen dann stark ansteigen, wodurch die hohen Schulden womöglich auch bei steigenden Zinsen bedient werden könnten. Bis es soweit ist „Hyper Hyper“ immer weiter!!!

(Hyper=übermäßig/übertrieben)

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