Kommentar Januar 2019 – Brauchen wir das auch noch ?!

Vox, die rechtsextreme Partei Spaniens, erfreut sich wachsender Beliebtheit.

Der wichtigste Grund für deren Erfolg ist die Migration. Im vergangenen Jahr kamen 55.000 Flüchtlinge aus Afrika nach Spanien. Spanien galt lange Zeit, als immun, was Rechtsradikalismus angeht. Das hat sich „leider“ geändert. Grund für diese Veränderung ist der wachsende Unmut in der Bevölkerung. In Gesprächen, die ich mit Spaniern geführt habe, stellte sich heraus, dass es im Grunde nicht um die Migranten geht, sondern darum, dass die Spanier sich vernachlässigt fühlen, was „Hilfe“ in sozialer Not und Unterstützung vom Staat angeht. Um es auf den Punkt zu bringen: „wir haben die Schnauze voll“.  So ist die Ansicht vieler Spanier: „Migranten“ bekommen alles: Wohnung, Essen, Kleidung, Starthilfe für ein neues Leben, wohingegen wir Spanier leer ausgehen. Kommt Ihnen das auch bekannt vor? So oder so ähnlich argumentieren z.B. auch italienische, griechische und französische Bürger. Im Grunde ist all dieser Unmut auf ein generelles Versagen der Politiker in der EU und den jeweiligen Ländern zurückzuführen. Wenn die Politik alle mit gleicher Hilfe unterstützen würde, käme dieser Missmut, Ausländerhass und Stress nicht auf. Oder?

Was möchte die Partei VOX? „España primero “ (Spanien zuerst) „Hacer España grande otra vez» (wir machen Spanien wieder groß). Da hat man sich wohl am US-Präsidenten orientiert, na und wenn es so kommt, wie es kommen könnte, können wir uns alsbald wie bei Donald fühlen.

VOX Parteichef Santiago Abascal, der die christlichen Feldzüge gegen die Mauren ebenso lobt wie die Kolonisierung der beiden amerikanischen Kontinente, hat jedenfalls bereits zur „Reconquista» aufgerufen. Sie soll im einstigen Gebiet der arabischen Herrschaft, eben Andalusien, ihren Anfang nehmen. Ein Werbevideo seiner Partei zeigt ihn im Putin-Style durch die „Walachei reiten“. Begleitet wird er vom bekannten spanischen Stierkämpfer „Morante de la Puebla“. Schauen Sie es sich an und bilden Sie sich Ihre Meinung, ob wir das brauchen: 

Ich hoffe das z.B. die Partei um Pedro Sanchez erkennt, dass wachsender Unmut keine Wählerstimmen für sie in der Wahlurne bereithält. Das berühmteste Beispiel dafür ist die Wahl der Briten für den Brexit oder die der Deutschen für die AFD. Viele haben dafür und für sie gestimmt aber keiner wollte es wirklich: Oder doch? Brauchen wir wirklich dieses Nationaldenken in den einzelnen Ländern? Abschottung, jeder für sich im begrenzten Umfeld und Horizont?! Macht es nicht mehr Sinn, logisch und im Gemeinwohl aller zu agieren und nach Lösungen zu suchen, die allen dienen?! Migration ist ein gutes Thema, um den Unmut und Verdruss in der Bevölkerung zu schüren und sich den nachziehenden Krawall politisch zunutze zu machen, um seine politischen Ziele verfolgen zu können. Migration kann aber auch positiv zu Buche schlagen. Gerade Andalusien hat damit in den vergangenen Jahrhunderten gute Erfahrungen gemacht, vom Wissen der unterschiedlichen Kulturen profitiert und das noch bis in die heutige Zeit hinein. Ich plädiere dafür, dass „Spanien wieder groß wird» aber gemeinsam und nicht einsam unter der Führung des rechten MOBS.

Ich wünsche Ihnen allen ein gutes und erfolgreiches Jahr 2019

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