Pass (t)?!

Hallo liebe Leser und herzlich willkommen im Jahr 2018!

Wir reisen gerne, weshalb die meisten von uns einen deutschen Reisepass haben, mit dem wir fast auf der ganzen Welt visafrei reisen dürfen. Mit Reisepässen von EU-Mitgliedstaaten können wir fast barrierefrei reisen. Die Staatsbürgerschaft in den EU-Ländern erhält man entweder durch Geburt oder durch ein kompliziertes Einbürgerungsverfahren, um z.B. spanischer, deutscher, italienischer oder griechischer Staatsbürger zu werden. Hierzu ein Auszug aus dem Übereinkommen vom 6. November 1997 des Europarates, das alle Mitglieder unterschrieben haben. Auszug unter d. erster Absatz: Erworben wird die Staatsangehörigkeit auf verschiedenen Wegen (Erwerb durch Geburt und Erwerb durch Verwaltungsakt): Bei der Geburt eines Kindes entscheidet die Staatsangehörigkeit der Eltern über die Staatsangehörigkeit des Kindes: Wenn mindestens ein Elternteil die Staatsangehörigkeit des entsprechenden Landes besitzt, erwirbt sie auch das Kind. Dieses Abstammungsprinzip wird auch Ius Sanguinis, «Recht des Blutes», genannt. Das gilt auch für Kinder, die im Land aufgefunden werden und sonst staatenlos würden bzw. für Kinder, die bei der Geburt keine andere Staatsangehörigkeit erwerben, z.B. weil die Eltern staatenlos sind. Das Geburtsortprinzip wird auch Ius Soli, «Recht des Bodens», genannt. Darüber hinaus sehen alle Staaten in ihrem innerstaatlichen Recht vor, dass sich alle Personen einbürgern lassen können, die sich rechtmäßig und gewöhnlich im Hoheitsgebiet aufhalten. Die Bedingungen dafür können verschieden sein; erleichterte Einbürgerungen sind aber vorgesehen für ehemalige Staatsangehörige, Ehegattinnen und Kinder von Staatsangehörigen, sowie für Kindern, die adoptiert werden oder bei denen ein Elternteil die Staatsangehörigkeit erwirbt. Staatenlosen und anerkannten Flüchtlingen soll die Einbürgerung ebenfalls erleichtert werden. In den meisten Ländern ist ein Einbürgerungstest verbindlich, in dem neben Sprachkenntnissen auch landeskundliche Kenntnisse nachgewiesen werden müssen (Auszug Ende).

Soweit so gut. Jetzt kommt der feine Unterschied!!! Sind Sie Reich? Und sagen wir mal Sie sind ein libyscher Millionär oder ein Millionär aus Nigeria, es ist eher ausgeschlossen, das Sie dann mit einem Schlauchboot versuchen werden nach Europa zu gelangen, um in einem der begehrten EU-Länder Staatsbürger zu werden. Kein Problem Ihnen kann unbürokratisch geholfen werden. Wie? Investieren Sie lediglich ein wenig Ihrer vielen Millionen, wobei es unwichtig ist, wie Sie zu Reichtum gekommen sind. Sie werden EU-Staatsbürger mit dem „Citizenship by Investment» (Staatsbürgerschaft durch Investitionen). Ja, Sie lesen richtig. Das ist kein Witz! Hier die Gebrauchsanleitung. Zypern: Die zyprische Staatsbürgerschaft kann erhalten, wer mindestens 2 Millionen € für die Gründung eines Unternehmens eingezahlt hat. Dieses muss mindestens fünf EU-Bürger beschäftigen und Antragstellung fünf Jahre lang existiert haben. Eine andere Möglichkeit ist, dass der Antragsteller eine Immobilie für mindestens 500.000 € gekauft hat. In Zypern sind im vergangenen Jahr 400 dieser Pässe vergeben worden. Der Deal läuft immer ähnlich ab: Ein Investor steckt einen Haufen Geld in Immobilien, Firmen oder Staatsanleihen und erhält dafür Aufenthaltstitel und nach einer gewissen Zeit den Pass des Landes. Auf Zypern sind es 500.000€ oder 2Millionen €, auf Malta 1,15 Millionen €, in Bulgarien 1 Million €, in Portugal, dem Pass-Discounter, reichen schon 500.000 €. Das spanische Programm vergleichsweise unattraktiv. Die Spanier verlangen nicht nur 500.000 € für eine Aufenthaltsgenehmigung. Der Inhaber muss sich zudem auch noch 183 Tage im Jahr in Spanien aufhalten. Weitere EU-Länder im freudigen Mitgliedshandel sind Irland, Griechenland und Ungarn. Ein Geheimtipp für den schmalen Geldbeutel ist der Pass des Inselstaates Santa Lucia, dessen Staatsoberhaupt Königin Elisabeth II. ist. Für ca. 85.000 € bekommt man visafreien Zutritt zu 125 Staaten weltweit, darunter alle EU-Mitglieder.

Da werden jetzt viele sagen, das passt mir aber gar nicht, Pässe verkaufen und das auch noch in der Europäischen Union. Das sieht der nicht EU-Millionär sicherlich anders! Herzlich willkommen im schönen Europa zum Januar 2018

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